Bild: Franz Kälin
Bild: Franz Kälin

Musik

Akkordeonistin begeisterte

Das Osterkonzert des Sinfonieorchesters Kanton Schwyz (Soks) war ein grosser Erfolg.

Ein Mozart-Klavierkonzert einmal mit einem Akkordeon statt des Klaviers als Soloinstrument zu hören, war sehr aussergewöhnlich und auch spannend. Es fehlt zwar der prägnante klare Anschlag des Klaviers, aber der Vorteil des Akkordeons gegenüber dem Klavier ist sicher das Legatospiel. Besonders im zweiten Satz des F-Dur-Klavierkonzerts KV 413, dem Larghetto, erstaunten die wunderschönen Gesangslinien im Soloinstrument, die vom sauberen Streicherklang des Orchesters unterlegt waren und übernommen wurden. In den schnellen Sätzen zeigten sich aber auch die Nachteile des Instrumentes in den Sechzehntel-Begleitfiguren, die beim Klavier bedeutend klarer sind.

Virtuose Akkordeonistin
Für den lange anhaltenden Applaus bedankte sich die Solistin mit ihrer Bearbeitung des dritten Satzes der 1780 erschienenen Klaviersonate in D-Dur von Joseph Haydn. Die Akkordeonistin Viviane Chassot tritt weltweit in den grossen Konzertsälen auf. Es ist toll, wie sich ihre Spielfreude auf das Publikum überträgt und sie auch in den schwierigsten Stellen ein Lächeln zeigt, als ob es das Natürlichste der Welt wäre, so virtuos zu spielen. Auf der musikalischen Reise durch drei Jahrhunderte, drei Stilepochen und drei geografisch unterschiedliche Zonen führte das Soks das
Publikum von Österreich nach Norwegen. Auf dem geschickt gewählten Programm stand nun das Streichquartett in g-Moll von Edvard Grieg in der Bearbeitung für Streichorchester von Richard Tognetti. Höchste Dramatik wechselte mit tänzerischer Leichtfüssigkeit in vielfältigster klanglicher Abwechslung. Manchmal hätte man sich eine grössere Besetzung in den Registern der tiefen Streicher gewünscht, um die auch in höchsten Lagen genau intonierenden hohen Streicher lautstärkenmässig auszugleichen. Aber das tat dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Auch die durch die einzelnen Stimmführer der verschiedenen Register gespielten – zum Teil sehr virtuosen – Soli unterstrichen die Gegensätze dieser grossartigen Komposition von Grieg. Hier nordische Schwere – da südliche Leichtigkeit; Gegensätze, die manchmal sogar noch heftiger hätten gezeigt werden dürfen. Als dritter Programmpunkt folgten dann drei der fünf Sätze aus «Five Tango Sensations» für Akkordeon und Streichorchester vom argentinischen Komponisten Astor Piazzolla (1921– 1992).

Sowohl die Solistin als auch das Orchester genossen ganz offensichtlich die zum Teil sehr raffinierten und komplizierten Rhythmen dieser Stimmungsbilder im Stil des «Tango nuevo». Wie begeistert das Publikum von der aussergewöhnlichen Solistin und dem ebenso hinreissend musizierenden Orchester war, zeigte der lang anhaltende Applaus nach einer weiteren Zugabe der Akkordeonistin Viviane Chassot. 

Bote der Urschweiz / ms

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

25.04.2019

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